6 Dinge, auf die du bei einer Reise-Kreditkarte achten musst

Hotelbuchung, Mietwagen-Reservierung und natürlich die Bargeld-Versorgung im Ausland: Wer gerne und viel reist, benötigt oft eine Kreditkarte. Das Angebot an verschiedenen Kreditkarten ist riesig und unübersichtlich. Ich verrate dir, auf welche Punkte du bei der Auswahl der richtigen Kreditkarte für den Urlaub achten musst.

1. Gibt es eine Jahresgebühr?

Meine Eltern haben eine MasterCard Gold, die sie ganz klassisch über ihre Hausbank, die Sparkasse, beziehen. Für diese Kreditkarte zahlen sie eine Jahresgebühr von 78 Euro. Ich habe drei verschiedene Kreditkarten und für keine davon zahle ich einen Cent Jahresgebühr.

Gerade, wer nur gelegentlich verreist, sollte unbedingt eine komplett kostenlose Kreditkarte nutzen. Denn was nutzen einem Zusatzleistungen wie etwa eine Reiserücktrittsversicherung, wenn man diese Zusatzleistung kaum oder gar nicht in Anspruch nimmt, aber trotzdem jeden Monat Geld dafür zahlen muss?

Eine gute Reise-Kreditkarte ist eine kostenlose Kreditkarte. Zum Glück gibt es inzwischen zahlreiche Banken, die dauerhaft kostenlose Kreditkarten anbieten, also eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr. Aber Achtung! Nur weil man für die reine Ausstellung der Kreditkarte nichts zahlen muss, heißt das noch nicht, dass die Karte bei Nutzung komplett kostenlos ist.

2. Werden Fremdwährungsgebühren erhoben?

Gerade Reisende und Urlauber, die Europa auch einmal verlassen, sollten darauf achten, dass beim Einsatz ihrer Kreditkarte keine Fremdwährungsgebühren erhoben werden. Viele Anbieter von kostenlosen Kreditkarten berechnen dir um die 1,5 bis 2 Prozent des abgehobenen Bargeld-Betrags oder der Rechnungssumme bei der Kreditkartenzahlung, wenn du in einer anderen Währung als Euro zahlst.

Dies kann bei einer Reise-Kreditkarte ganz schön ins Geld gehen, wenn du zum Beispiel dein Hotel in den USA vor Ort mit Kreditkarte zahlst oder du dir in Schweden einen Mietwagen nimmst. Stell dir vor, dein Hotel kostet 400 US-Dollar und am Automaten hebst du noch 100 US-Dollar Bargeld ab. Erhebt dein Kreditkarten-Anbieter 2 Prozent Fremdwährungsgebühr, zahlst du alleine für diese zwei Buchungen 10 US-Dollar Gebühren. Das kannst du dir sparen, indem du eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr auswählst.

3. Werden Abhebe-Gebühren erhoben?

Neben der Fremdwährungsgebühr gibt es eine zweite, klassische Kostenfalle: Einige Banken verlangen Gebühren, wenn du deine Kreditkarte zum Abheben von Bargeld im Ausland benutzt. Manchmal sind es prozentuale Anteile, oft eine Mindestpauschale von z.B. 5,95 Euro. Stell dir vor, du zahlst jedes Mal, wenn du Bargeld abhebst, knapp 6 Euro! Einfach nur dafür, dass du an dein eigenes Geld herankommst.

Bei Abhebe-Gebühren muss man unterscheiden zwischen den Gebühren, die deine Bank erhebt und den Gebühren, die vom Automaten-Betreiber im Ausland erhoben werden. Ich habe in New York beispielsweise drei verschiedene Banken besucht und alle Automaten haben drei oder vier Dollar Gebühr berechnet.

Beim Anbieter einer idealen Reise-Kreditkarte zum weltweit kostenlos Geld abheben sparst du dir nicht nur die Abhebe-Gebühren an deine Bank, sondern bekommst auch diese Fremd-Gebühren der Geldautomaten-Betreiber auf Antrag zurückerstattet. Ja, das gibt es!

4. Ist es eine Prepaid- oder eine „echte“ Kreditkarte?

Einige kostenlose Kreditkarten sind so genannte Prepaid-Kreditkarten. Das heißt, sie sind wie eine klassische Giro-Karte mit deinem Konto verknüpft, auf dem sich Guthaben befinden muss, damit du die Kreditkarte benutzen kannst. „Echte“ Kreditkarten hingegen geben dir – wie der Name schon sagt – einen kurzfristigen Kredit. Du nutzt die Karte und erhältst am Monatsende eine Rechnung über den ausgegebenen Betrag, die du an deinen Kreditkarten-Anbieter zahlen musst.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile: Eine Prepaid-Kreditkarte sorgt dafür, dass du auch nur das Geld ausgibst, was du hast und nicht deine finanziellen Möglichkeiten überschreitest. Bei manchen Einsatzzwecken von Reise-Kreditkarten ist aber auch eine „echte“ Kreditkarte sinnvoller: Wenn zum Beispiel bei der Mietwagen-Buchung ein Kautions-Betrag von mehreren Hundert Euro auf deine Kreditkarte gebucht wird, kann dir das egal sein, da du dieses Geld ja erstmal nicht besitzen musst. Gibst du den Mietwagen zurück, wird die Kaution auf der Kreditkarte gelöscht und du musst den betrag nie wirklich überweisen.

Ich persönlich habe beide Systeme im Einsatz: Eine Prepaid-Kreditkarte, die ich für Standart-Zahlungen etwa im Hotel oder Restaurant und zum Geld abgeben nutze sowie eine „echte“ Kreditkarte, die ich etwa bei Mietwagenbuchungen einsetze.

5. Kann ich die Kreditkarten-Rechnung per Lastschrift zahlen?

Nutzt du eine „echte“ Kreditkarte, solltest du zusätzlich auf die Zahlungsmodalitäten achten. Bei einigen Anbietern wird der fällige Betrag der Monatsrechnung einfach per Lastschrift von deinem Referenzkonto abgebucht. Der Vorteil: Du kannst nicht vergessen, die Rechnung zu bezahlen und daher Mahngebühren aufgebrummt bekommen.

Andere Anbieter bieten diesen Service nicht an, so dass die Kreditkarten-Rechnung Monat für Monat manuell überweisen musst. Dahinter steckt natürlich ein Geschäftsmodell: Vergisst ein Kunde, die Rechnung rechtzeitig zu begleichen, kommen zur eigentlichen Rechnungssumme noch etwaige Mahngebühren und ab einem gewissen Verzug – je nach Anbieter – auch noch Zinsen auf die Kreditsumme dazu.

Meine Empfehlung für eine Reise-Kreditkarte ist daher einen Anbieter zu wählen, der den fälligen Rechnungsbetrag automatisch per Lastschrift von deinem Konto abbucht.

6. Welche Zusatzleistungen gibt es?

Kommen wir als letzten Punkt zum „Tüpfelchen auf dem I“. Während die Punkte oben alle wichtig für eine gute Reise-Kreditkarte sind, sind bestimmte Zusatzleistungen natürlich nett, geben für mich aber keinen Impuls, eine bestimmte Karte zu nutzen. Mit einigen kostenlosen Kreditkarten kannst du zum Beispiel an Bonus-Systemen teilnehmen und sammelst Punkte auf deine Kreditkarten-Umsätze.

Andere Kreditkarten gewähren dir Rabatte bei bestimmten Partner-Unternehmen zum Beispiel bei der Reise-Buchung oder Rabatt beim Tanken mit der Kreditkarte. Und manche Kreditkarten bieten dir auch zusätzliche Versicherungen wie etwa eine Reiserücktritts-Versicherung kostenlos an.

Aber Achtung: Gerade bei Zusatzleistungen gilt es, das Kleingedruckte ordentlich zu lesen. Oft gelten für die pauschal versprochenen Zusatzleistungen ganz bestimmte Bedingungen. Aus diesem Grund nehme ich diese Leistungen gerne mit, entscheide aber nicht danach, welche Kreditkarte ich nutze.

Fazit

Achtest du auf diese sechs Punkte und überlegst genau, für welchen Zweck du eine Reise-Kreditkarte benötigst, findest du das ideale Angebot für dich. Genau nach diesen Gesichtspunkten habe ich auch die Kreditkarten ausgewählt und bewertet, die ich dir hier auf Reise-Kreditkarte.net vorstelle.

Titelfoto: Visa Europe

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